Küstentypen
Dänemark verfügt über eine Küstenlinie von insgesamt 7.300 km, die sich hinsichtlich Aussehen, Entwicklung und Geschichte stark unterscheidet.

Im Jahr 2004 wies das dänische Umweltministerium 99 nationale Küstenlandschaften aus, die zusammen die enorme Vielfalt der dänischen Küstenlandschaft beschreiben. Fünf dieser nationalen Küstenlandschaften befinden sich im Geopark Vestjylland und sind dort auch als Geotope ausgewiesen (siehe Quellenangaben in Klammern). Die fünf nationalen Küstenlandschaften sind:
Lodbjerg – Thyborøn – Bovbjerg, NK Nr. 80 (Geosite Nr. 1 , 29 und 37 )
Toftum-Gebirge, NK Nr. 85 ( Geostandort Nr. 6)
Odby Klint, NK Nr. 86 ( Geosite Nr. 42 )
Kås Bredning – Skibsted Fjord, NK Nr. 87 (Geosite Nr. 32 , 36 , 41 und 46 )
Der Geopark Vestjylland umfasst insgesamt 50 km Küste an der Nordsee und 175 km Küste im Limfjord. Neben den fünf nationalen Küstenlandschaften bieten diese 218 km Küstenlinie Beispiele nahezu aller dänischen Küstentypen und vielfältige Erlebnisse. Die Karte auf dieser Seite zeigt eine grobe Einteilung der verschiedenen Küstenabschnitte nach Bodenbeschaffenheit.

Küsten gehören zu unseren wandelbarsten Landschaftstypen. Historisch gesehen haben sich die Küsten im Geopark Westjütland dramatisch verändert. Als das Eis während der letzten Eiszeit vor 21.000 bis 23.000 Jahren seine maximale Ausdehnung erreichte, war Dänemark zusammen mit Großbritannien ein Binnenland, und der Meeresspiegel lag in unserer Region 25 bis 50 Meter tiefer als heute. Anschließend stieg der Meeresspiegel mit dem Abschmelzen des Eises wieder an. Vor etwa 6.000 Jahren erreichte das Meer seine größte Ausdehnung, und die sogenannte Litorina bedeckte große Teile der tiefer gelegenen Gebiete des heutigen Dänemarks. Die Küstenhänge aus dieser Zeit finden sich an mehreren Stellen in der Landschaft, etwas weiter vom Meer entfernt. Mit dem Abschmelzen des Eises hob sich das vom Eis bedeckte Land gleichzeitig, und viele der heutigen Küsten entstanden.
Die Veränderungen dauern an und führen zu deutlichen Veränderungen der Küsten. Alte Karten aus dem Jahr 1799 zeigen, dass sich die Westküste vor dem Leuchtturm von Bovbjerg um mehr als 300 Meter zurückverlagert hat. Man schätzt, dass die Küste in der Wikingerzeit über 1000 Meter weiter westlich lag. Seit 1875 wurden Deiche errichtet und entlang großer Teile der Westküste Sand aufgeschüttet, was die Küstenerosion zwar etwas verringert, aber nicht gestoppt hat. In der untenstehenden Videoserie der Küstendirektion erfahren Sie mehr über die verschiedenen Küstentypen Dänemarks.










