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Unter der Oberfläche an der Bovbjerg Klint

  • Autorenbild: Geopark Vestjylland
    Geopark Vestjylland
  • 3. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Juni



An der Bovbjerg Klint verbirgt sich weit mehr, als das bloße Auge erkennen kann.


Im Rahmen der EGN-Woche richtet Geopark Vestjylland den Fokus auf die Forschung an den Geosites des Geoparks. An der Bovbjerg Klint haben Forschende nun einen Blick unter die Oberfläche geworfen.


Forschende der HydroGeophysics Group der Universität Aarhus haben in Zusammenarbeit mit der Region Mitteljütland den Untergrund mithilfe moderner geophysikalischer Messungen untersucht. Die Untersuchungen liefern neues Wissen über eines der wichtigsten Geosites des Geoparks und zeigen, wie moderne Forschung dazu beitragen kann, die Geschichte der Landschaftsentstehung differenzierter zu erzählen.


Zur Kartierung des Untergrunds haben die Forschenden sogenannte Geo-Scanner eingesetzt. Einige Messungen wurden zu Fuß entlang der Klint durchgeführt, während ein größerer Scanner mit einem ATV über die Felder hinter dem Bovbjerg Fyr gezogen wurde. Auf diese Weise lassen sich sowohl detaillierte Messungen nahe der Klint als auch ein umfassenderer Überblick über das Gebiet weiter im Landesinneren gewinnen.



„Mithilfe geophysikalischer Messungen können wir Strukturen im Untergrund erkennen, die in der Klint selbst nicht sichtbar sind. Die Messungen liefern uns ein detailliertes Bild der Erdschichten und können uns dabei helfen zu verstehen, wie sich die Schichten unter der Oberfläche und weiter ins Landesinnere fortsetzen“, sagt Line Meldgaard Madsen, Assistenzprofessorin an der Universität Aarhus, die das Projekt leitet.

Ein Blick in den Untergrund

Die Methode beruht auf Elektromagnetismus. Eine Sendespule sendet ein Signal in den Boden, und eine Empfängerspule erfasst die Antwort des Untergrunds. Dabei wird das Signal von den elektrischen Eigenschaften des Bodens beeinflusst. Diese Unterschiede können die Forschenden in Informationen über verschiedene Bodenarten übersetzen.


Ton und wassergesättigte Schichten leiten elektrischen Strom gut und weisen einen niedrigen elektrischen Widerstand auf, während Sand und trockene Sedimente Strom schlechter leiten und einen höheren Widerstand haben.


Das Ergebnis ist ein detailliertes Bild des Untergrunds, bei dem Farben die Unterschiede in den Bodenschichten sichtbar machen. In den gemessenen Profilen stehen blaue Farben typischerweise für tonige Ablagerungen, während gelbe und rote Farben auf sandige Schichten hinweisen.



Verborgene Strukturen in der Tiefe

Während die Klint nur die obersten Schichten freilegt, können die geophysikalischen Messungen Einblicke in tiefere Strukturen geben, die unter der Oberfläche verborgen liegen. Dabei haben die Forschenden unter anderem ein größeres Verwerfungssystem nördlich des Leuchtturms identifiziert – also eine Zone, in der die Erdschichten gegeneinander verschoben sind.


Gleichzeitig untersuchen die Forschenden, ob die Methode die komplexen und häufig deformierten Schichten auflösen kann, die in der Klint sichtbar sind. Diese Schichten wurden durch die Bewegungen des Eises während der Eiszeiten gefaltet und gestört, und es ist eine Herausforderung, ihre Fortsetzung in den Untergrund hinein zu kartieren.


In der nächsten Phase werden die Ergebnisse von Bovbjerg Klint mit früheren geologischen Kartierungen und detaillierten Vermessungen der Klint abgeglichen. Ziel ist es, ein Gesamtmodell der Geologie des Gebiets zu erstellen. Gleichzeitig werden die Forschenden den Verlauf der Hauptstillstandslinie von der Küste bis ins Landesinnere untersuchen.


Ein geologisches Rückgrat des Geoparks

Für den Geopark hat die Forschung an der Bovbjerg Klint eine besondere Bedeutung. Die Klint ist eines der wichtigsten Geosites des Geoparks und besitzt zugleich internationale Bedeutung als geologische Lokalität. In den Schichten der Klint wird die Geschichte der Landschaft sichtbar, und lokale Ablagerungen verweisen auf größere geologische Zusammenhänge in Westjütland.


Ein zentrales Element ist die Hauptstillstandslinie, die die maximale Ausdehnung des Eises während der letzten Eiszeit markiert. An der Bovbjerg Klint lässt sich ein geologischer Schnitt durch die Ablagerungen der Hauptstillstandslinie erkennen, der besondere Einblicke in die Prozesse gibt, die die Landschaft im Geopark Vestjylland geformt haben.


Genau deshalb ist Bovbjerg Klint ein naheliegender Ort, um während der EGN-Woche die Aufmerksamkeit auf die Geosites der Geoparks, die Forschung und das Wissen zu richten, das die Landschaft sowohl mit lokalen Erzählungen als auch mit größeren geologischen Perspektiven verbindet.


Auf diese Weise trägt die Forschung nicht nur zu neuem Wissen über das bei, was unter der Oberfläche verborgen liegt, sondern stärkt auch die Erzählung über eine der wichtigsten geologischen Landschaften des Geoparks.

 
 
 

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