Klosterheden
Klosterheden ist die gebräuchliche Bezeichnung für Klosterheden und die Kronheden Plantage, die zusammen eine Fläche von 6.400 Hektar umfassen und damit das drittgrößte zusammenhängende Waldgebiet Dänemarks bilden.

Die Region ist reich an antiken Denkmälern und trägt zur Geschichte der Pflanzenwanderung nach Westjütland von der letzten Eiszeit bis heute bei. Gleichzeitig liefert Klosterheden Erkenntnisse über die Entwicklung der Tierwelt und birgt die besondere Geschichte der Wiederansiedlung von Bibern in Dänemark.

Die Geschichte
Klosterheden liegt in der Heideebene südlich der Haupteisgrenze (siehe auch Geotop Nr. 20 ). Spuren der Schmelzwasserflüsse prägen noch heute das Landschaftsbild. Ab etwa 11.700 v. Chr. breitete sich niedrige Vegetation mit Kräutern und Sträuchern aus und bedeckte die Landschaft, bevor sie später von Bäumen abgelöst wurde. Die ersten Jäger und Sammler siedelten sich an und jagten unter anderem Auerochsen, Elche, Wildpferde, Rehe und Rothirsche. Klosterheden beherbergt heute noch eine große Rothirschpopulation von schätzungsweise über 400 Tieren. Ab etwa 4.000 v. Chr. begann der Ackerbau, und der Wald musste allmählich Feldern weichen. Gebiete vor der Haupteisgrenze eigneten sich besonders gut für den Anbau mit den damaligen primitiven Werkzeugen. Die über 50 bronzezeitlichen Grabhügel in Klosterheden belegen, dass das Gebiet bereits früh besiedelt war. Eine Folge des Anbaus war jedoch, dass der Boden ausgelaugt wurde und sich die Heide über sehr große Gebiete ausbreitete.

Im Mittelalter gehörte das Land dem König und dem Kloster Gudum – daher die Ortsnamen Kronheden und Klosterheden –, doch nach der Reformation ging es in Staatsbesitz über. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet hauptsächlich als Weideland und für extensive Landwirtschaft genutzt, ab 1874 war der Staat für großflächige Aufforstungen verantwortlich. Bis 1896 wurden 6.173 Hektar Wald angepflanzt, und die Populationen von Hirschen und zahlreichen anderen Tierarten nahmen zu. Heideflächen wurden in Dänemark allmählich zu einem gefährdeten Lebensraum, und in den 1960er Jahren gab es in Klosterheden nur noch 250 Hektar Heide. Dies änderte sich jedoch, als am 17. Juni 1968 ein Brand in der Anpflanzung ausbrach und eine neue Heidefläche von 250 Hektar entstand.

Natura2000-Gebiet Nr. 224 - Flynder Å und Heiden in Klosterhede Plantage
Das Natura-2000-Gebiet umfasst insgesamt 563 Hektar, wovon 82 % im Zentrum von Klosterheden liegen und sich im Besitz des Staates befinden. Die Ausweisung des Gebiets erfolgte aufgrund des Vorkommens von 16 wichtigen Lebensraumtypen, wobei Trockenheide und Wasserläufe am häufigsten vorkommen. Fischotter und Bachneunaugen sind ebenfalls in dem Gebiet anzutreffen und trugen zur Ausweisung bei. Das Natura-2000-Gebiet wird in Zusammenarbeit zwischen der Dänischen Naturschutzbehörde, der Gemeinde Lemvig und privaten Landbesitzern verwaltet. Zu den Maßnahmen gehören die Beseitigung unerwünschter Vegetation, die Entfernung invasiver Arten, die Beweidung und die Verbesserung des Wasserhaushalts.

Wiederansiedlung von Bibern
Der Biber ist in Dänemark heimisch, wurde aber während der Eisenzeit ausgerottet. Dies änderte sich 1999 mit der Auswilderung von sechs Biberfamilien mit insgesamt 18 Tieren. Bis 2015 wuchs die Population auf 213 Biber an, die sich über ein weites Gebiet verteilten. Einer der Hauptgründe für die Wiederansiedlung von Bibern war ihre Fähigkeit, zur Landschaftsgestaltung und zur Förderung der Artenvielfalt beizutragen.

Rømers Meilenstein
Eine Besonderheit von Klosterheden sind die alten Meilensteine entlang der zentralen Straße durch die Plantage, die treffend Gammel Landevej genannt wird. Die Straße wurde vermutlich während der Kriege des 17. Jahrhunderts erbaut und von schwedischen und deutschen Truppen genutzt. Zwischen 1691 und 1697 war der dänische Wissenschaftler Ole Rømer mit der Vermessung des dänischen Straßennetzes beauftragt. Rømer, der auch als Erster die Lichtgeschwindigkeit maß, erfand einen speziellen Vermessungswagen, den sogenannten Hodometer, und setzte alle 400 Meter Meilensteine. Einige davon sind auf der Plantage erhalten.
Zusammenarbeit mit dem Geopark Westjütland
Die Dänische Naturschutzbehörde und damit das Umweltministerium sind ein wichtiger Landbesitzer und Partner bei der Entwicklung des Geoparks Vestjylland. Der zuständige Förster ist von Anfang an Mitglied der Steuerungsgruppe des Geoparks. Auf der Klosterheden Plantage und in weiteren Gebieten der Dänischen Naturschutzbehörde wurden Wanderwege und Freizeiteinrichtungen geschaffen, die sowohl geführte als auch unbegleitete Naturerlebnisse ermöglichen. Zu den vielen beliebten Führungen zählen Biber- und Rothirschsafaris.

