top of page

Trans Church

Romanische Quadersteinkirche an der Westküste. Ausgrabungen brachten Überreste der ursprünglichen Holzkirche und alte deutsche Münzen aus dem späten Mittelalter zutage, die von Handelsbeziehungen mit den Hansestädten zeugen.

Trans_church_westerhavet.jpg

Eine Kirche am Rande

Die Trans-Kirche, eine romanische Quadersteinkirche, liegt direkt an der Nordsee, gut 1,5 km südlich des Leuchtturms von Bovbjerg – nur 50 Meter von der Küstenklippe entfernt. Sie diente einst zusammen mit den Kirchen von Ferring und Fjaltring als Seezeichen, bevor der Leuchtturm von Bovbjerg errichtet wurde. Die Kirche wurde ursprünglich mitten in der Gemeinde und in angemessenem Abstand zur Küste erbaut, doch die Erosion an der dynamischen Küste hat die Küstenlinie gefährlich nahe herangeführt. Der Küstenabschnitt von Ferring bis Trans wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit Buhnen befestigt, was den Küstenrückgang jedoch nicht vollständig stoppen konnte. Die Bovbjerg-Klippe zieht sich derzeit trotz zusätzlicher Küstenschutzmaßnahmen durch Sandaufspülung jährlich um etwa 50 cm zurück.

TransKirke_kystlinjer.webp

Kircheninnengestaltung

Der Kirchturm wurde in der Spätgotik hinzugefügt und besitzt keine Vorhalle. Die ursprünglichen Nord- und Südtüren sind zugemauert, der Eingang befindet sich im Turmzimmer an der Südseite. An der Nordseite gab es eine zusätzliche Tür am Westende, vermutlich einen Eingang zum Herrenhaus. Trans Church ragt mit seiner Lage am Meer eindrucksvoll und monumental aus der Landschaft hervor. Die Baumarmut im äußersten Westjütland verleiht der Landschaft und den darin eingebetteten Gebäuden ein besonderes Flair. Der vorherrschende Westwind hält das Baumwachstum niedrig, was auch den charakteristischen Friedhof erklärt, auf dem die Gräber von Pfählen umgeben sind, die den spärlichen Bewuchs schützen. Ähnliches findet sich an der 3 km nördlich gelegenen Kirche von Ferring.

Trans_church.webp

Restaurierungs- und archäologische Ausgrabungen

Im Zuge einer umfassenden Restaurierung der Kirche in den Jahren 1963/64 führte das Nationalmuseum archäologische Ausgrabungen durch, die auch das Freilegen des Kirchenbodens umfassten. Dabei wurden zahlreiche interessante Details zur Baugeschichte und zur ursprünglichen Kirche entdeckt. Besonders bemerkenswert war jedoch der Fund von Überresten ihrer Vorgängerkirche aus Holz unter dem Fußboden. Die neue Steinkirche wurde mit einer leichten Überlappung der Nordseite der Holzkirche errichtet, wodurch auch ein Teil des Friedhofs der Holzkirche mit zahlreichen Gräbern aus dem Frühmittelalter unter dem Kirchenboden freigelegt wurde. Zu den Funden zählten mehrere Münzen aus dem Früh- und Spätmittelalter. Darunter befanden sich Münzen aus dem spätmittelalterlichen Norddeutschland, die Handelsbeziehungen mit den Hansestädten belegen.

Holzkirche

Das Christentum wurde 965 von König Harald Blauzahn offiziell in Dänemark eingeführt. Mit dem Christentum kamen die Kirchen, und im Laufe des 11. Jahrhunderts wurden Hunderte kleiner, schlichter Holzkirchen errichtet, die offenbar dem romanischen Vorbild folgten: Langhaus und Chor. Ab dem Ende des 12. Jahrhunderts wurden neue Kirchen aus Stein gebaut, und die alten Holzkirchen wurden durch Steinkirchen ersetzt. Die Holzkirchen und Friedhöfe wurden geweiht – zu heiligem Boden erklärt – und auf den Überresten der Holzkirchen wurden neue Steinkirchen errichtet, von denen die Trans Church ein hervorragendes Beispiel ist.

TransKirke_kyst_view.jpg

Einfamilienhäuser

Das Gebäude östlich der Kirche ist eine stillgelegte Schule, und abgesehen von einer kleinen Ansammlung von Bauernhöfen liegt die Kirche einsam. Dies ist charakteristisch für alle mittelalterlichen Kirchen in Westjütland. Die heutigen Siedlungen entstanden ab dem Ende des 19. Jahrhunderts infolge der Entwicklung von Landwirtschaft und Industrialisierung. Von der Wikingerzeit/dem frühen Mittelalter bis zu den Agrarreformen um 1800 gab es hier keine Dörfer im herkömmlichen Sinne, wie wir sie aus Ostdänemark, nördlich des Limfjords und aus Salling kennen. Die Siedlungsstruktur bestand aus einzelnen Bauernhöfen. Solche Siedlungen sind weit verbreitet in Gebieten, in denen die Bodenbeschaffenheit und -morphologie den Aufbau großer, zusammenhängender Ackerflächen für gemeinschaftliche Landwirtschaft nicht zuließen. Typischerweise finden sich diese Gebiete in hügeligen Randmoränen, Eiswüsten und sandigen Schmelzwasserebenen.

bottom of page