Stråsø Plantation
Die Stråsø Plantage liegt auf einem Teil von Skovbjerg Bakkeø, Dänemarks größter Hügelinsel, die während der letzten Eiszeit nicht von Eis bedeckt war. Damals war die Landschaft völlig kahl und Wind und Sandstürmen ausgesetzt, deren Spuren noch heute zu finden sind.

Foto: Bo Boysen
Geschichte
Vor fast 14.000 Jahren begannen Pflanzen langsam einzuwandern, und der Wald breitete sich allmählich über Dänemark aus. Mit dem Wald kamen auch zahlreiche Tierarten, die den ersten Siedlern als Beute dienten. Unmittelbar östlich der Stråsø Plantage wurden Spuren steinzeitlicher Siedlungen gefunden, und in der Plantage selbst befinden sich mehrere Grabhügel aus alter Zeit. Die damaligen Bauern rodeten den Wald und bestellten das Land einige Jahre lang, bis es erschöpft war. Danach wurde neuer Wald gerodet. Infolgedessen verschwand der Wald, und Heideflächen breiteten sich aus. In der Stråsø Plantage gibt es Gebiete mit Eichengebüschen, die als Überreste des ursprünglichen Waldes gelten. Auch die Heideflächen wurden bewirtschaftet, doch der Boden war karg, und die Heidebauern benötigten größere Flächen, um einen ausreichenden Ertrag zu erzielen. Große Teile der Heideflächen und Wiesen entlang der Bäche wurden als Weideland genutzt.
Die Heideflächen erreichten Mitte des 17. Jahrhunderts ihre größte Ausdehnung und bedeckten bis etwa 1800 rund 40 % der Gesamtfläche Jütlands. Danach nahm die Landwirtschaft stark zu, und 1950 machten die Heideflächen nur noch etwa 8 % der jütländischen Fläche aus. Diese Entwicklung hatte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zur Unterschutzstellung mehrerer großer Heidegebiete geführt. Der Schutz reichte jedoch nicht aus, da die Heideflächen unkontrolliert wuchsen. 1891 kaufte der dänische Staat den Heidehof Stråsøgaard, um dort Heideflächen anzupflanzen und so die Sandverwehungen zu reduzieren und Holz für die Region zu gewinnen. Der Hof gab der gesamten Plantage ihren Namen, die durch staatliche Landkäufe bis 1940–42 immer weiter wuchs. Ein Teil der Plantage blieb jedoch Heide, die kontinuierlich gepflegt wird, unter anderem durch kontrollierte Brände. In den Jahren 2011–2015 wurden im Rahmen eines großen EU-Life-Projekts besonders umfangreiche Anstrengungen in den Heidegebieten der Stråsø Plantage unternommen. Die Stråsø Plantage beherbergt eine sehr große Rothirschpopulation und bietet darüber hinaus Lebensraum für interessante Arten wie den Riesenmolch, den Eisvogel, den Dornvogel, den Ziegenmelker, den Fischotter und den Fischadler. Auch Seeadler werden gelegentlich gesichtet.

Foto: Rune Engelbrecht Larsen
Natura2000-Gebiet Nr. 64 – Heiden und Dünen auf Skovbjerg Bakkeø, Idom Å und Ormstrup Heide
Das Natura-2000-Gebiet umfasst insgesamt 2.214 Hektar. Davon befinden sich 62 % im Staatsbesitz, darunter die Heiden Nørre und Sønder Vosborg sowie Gebiete entlang der Idom Å, die zum Geopark Vestjylland gehören. Die wichtigsten Naturwerte des Gebiets sind die Feucht- und Trockenheiden, die Binnendünen, die Wacholder- und Eichenwälder sowie die Abschnitte entlang der Idom Å, einem der saubersten und unberührtesten Wasserläufe Dänemarks. Die Dänische Naturschutzbehörde und die Gemeinde Holstebro pflegen das Gebiet gemeinsam mit den örtlichen Landbesitzern durch Rodung, Mähen, Abbrennen und Beweidung.
Zusammenarbeit mit dem Geopark Westjütland
Die Dänische Naturschutzbehörde ist ein sehr großer Landbesitzer und ein wichtiger Partner bei der Entwicklung des Geoparks. Der zuständige Förster ist von Anfang an Mitglied des Lenkungsausschusses. In der Stråsø-Plantage und vielen anderen Gebieten der Dänischen Naturschutzbehörde wurden Wanderwege und Routen mit entsprechenden Freizeiteinrichtungen angelegt. Die Dänische Naturschutzbehörde bietet außerdem geführte Naturwanderungen und Bildungsangebote an.

