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Kalkmine Hjerm

Das Kalksteinbergwerk Hjerm bietet eine faszinierende Kombination aus Geologie, Kulturgeschichte, Natur und Kulinarik. Das Bergwerk ist Teil des Geotops Nr. 44 und dient in einer Hälfte als Fledermausquartier, während die andere Hälfte als Lager für besondere Grubenkäse genutzt wird.

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Kalksteinbruch – ein wichtiger Arbeitsplatz

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Kalk in einem Tagebau abgebaut, der im Sommer Saisonarbeit bot, da der Winter für den Kalkabbau nicht genutzt werden konnte. Rund 100 Jahre später wurde das Unternehmen um ein Untertage-Kalkwerk erweitert. Dort wurde der Kalk mit kleinen Kipplastern an die Oberfläche transportiert, und es konnte ganzjährig gearbeitet werden. Bis 1957 war es ein wichtiger Arbeitsplatz für die Region, bis De Jyske Kalkværker beschloss, das Bergwerk zu schließen. Grund dafür waren steigende Löhne, wodurch die Sortierung von Kalk und Feuerstein zu teuer geworden war. Das Bergwerk wurde vom Großvater des heutigen Besitzers unter der Bedingung erworben, dass alle dazugehörigen Gebäude abgerissen wurden. Fortan wurde das Bergwerk nur noch zur Gewinnung geringer Kalkmengen genutzt, und die Übertageflächen dienten, wie bis heute, als Weideland.

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Fledermäuse und Grubenkäse

1985 schlug der Dänische Naturschutzverein vor, den inzwischen eingestürzten Eingang zu öffnen, um das Bergwerk als Lebensraum für Fledermäuse zu nutzen. 2015 lebten dort im Winter mindestens 77 Fledermäuse. Die Molkerei Thise plante in den 1990er-Jahren den Bau eines Käselagers im Bergwerk und fand 2012 die Lösung, das Kalksteinbergwerk in zwei Hälften zu teilen. Die Fledermäuse erhielten einen eigenen Eingang und verbesserte Bedingungen, wodurch die Population weiter anwuchs. 2013 eröffnete Thise in der anderen Hälfte ihre Käserei Nr. 9. Einer der vier im Kalksteinbergwerk Hjerm gelagerten Käse ist der Thise Bernstein Grubé, hergestellt aus der Milch von Kühen, die im Geopark Vestjylland weiden. Luftfeuchtigkeit, Temperatur und möglicherweise auch die Zusammensetzung der Luft im Kalksteinbergwerk beeinflussen Geschmack und Konsistenz. Die Molkerei Thise nutzt die Geschichte des tief in der Erde liegenden Käselagers für ihre Marketingkampagnen, und ein Foto des fünf Meter hohen Kalksteinbruchs ziert daher die Verpackung, wenn der Grubenkäse im In- und Ausland verkauft wird.

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Verbreitung

Jährlich finden in und um das Bergwerk Veranstaltungen statt, bei denen bis zu 175 Gäste die Fledermäuse aus ihrem jeweiligen Bereich des Bergwerks fliegen sehen, Wissenswertes über sie erfahren und das Bergwerk besichtigen können. Die Geschichte des Grubenkäses wird in verschiedenen Kontexten vermittelt und mit dem Geofood-Konzept verknüpft. Lokale Freiwillige führen Gespräche mit dem Besitzer des Bergwerks über die Einrichtung eines Wanderwegs, um die Geschichte des Ortes in der Umgebung des Bergwerks bekannter zu machen.

Beziehungen zum Geopark Westjütland

Der Geopark hat Thise Dairy fachliche Beschreibungen zur Geologie des Bergwerks zur Verfügung gestellt. Die Molkerei lieferte unter anderem Kostproben des Bergwerkskäses für das Food-Festival des Geoparks im Jahr 2016. Die Zusammenarbeit soll durch weitere Öffentlichkeitsarbeit rund um das Bergwerk in Kooperation mit dem Eigentümer und lokalen Freiwilligen ausgebaut werden.

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