Marktstadt Lemvig
Lemvig ist eine mittelalterliche Marktstadt in einer charakteristischen Eiszeitlandschaft mit einem Tunneltal im Süden und einer Bucht im Norden.

Es gibt einen Hafen und Straßenverbindungen ins Landesinnere, was die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum gemacht hat – insbesondere nachdem Harboøre Tange 1825 vom Meer durchbrochen wurde und Lemvig dadurch Zugang zur Nordsee erhielt. Die umliegende Landschaft zeichnet sich zudem durch fruchtbare Felder auf gutem Moränenboden aus.
Historisch
Lemvig liegt am Fuße des Lem Vig am Fuße des Sødalen und ist eine mittelalterliche Marktstadt aus dem 13. Jahrhundert. Sie weist große Ähnlichkeiten mit den ostjütländischen Marktstädten auf, die ebenfalls gut geschützt am Grund eines Fjords oder einer Bucht liegen und über Hafenanlagen, ein fruchtbares Einzugsgebiet und Straßenverbindungen ins Landesinnere verfügen. Die Stadt wurde 1234 erstmals urkundlich erwähnt und 1471 als privilegierte Marktstadt anerkannt. Sie war ein Handels- und Marktzentrum für das westliche Limfjordgebiet, da die Straße von Thy über den Hafen-Aggertangen zur größeren Marktstadt Holstebro durch den Ort führte. Seit dem 12. Jahrhundert ist der Hafen-Aggertangen geschlossen, sodass der Schiffsverkehr ostwärts verlief, wo die Kaufleute aus Aalborg den Handel und den Verkehr kontrollierten. Ein bedeutender Teil des Handels mit den größeren Märkten südlich von Dänemark, einschließlich des Exports von Ochsen, erfolgte auf dem Landweg nach Ringkøbing, von wo aus eine Schiffsverbindung in den norddeutschen Raum und nicht zuletzt in die Niederlande bestand, wo es gute Absatzmöglichkeiten für Ochsen gab.


Für Häfen und Fischereirechte kämpfen
In den Jahren 1950/51 wurden der heutige Damm von Thyborøn und ein neuer Südhafen errichtet. Zwischen 1952 und 1956 entstand ein neuer Straßendamm, und die Eisenbahnlinie wurde weiter östlich verlegt. Die umfangreichen Bauarbeiten wurden aufgrund des sogenannten „Thyborøn-Gesetzes“ von 1946 durchgeführt. Dieses sah die Schließung des Thyborøn-Kanals durch ein Schleusensystem vor, um den landwirtschaftlichen Interessen im Limfjord Rechnung zu tragen. Dies führte zu heftigen Protesten der westjütländischen Fischer und Fischereiverbände. Die Arbeiten wurden eingestellt, und nach jahrelangen Diskussionen wurde das „Thyborøn-Gesetz“ 1970 aufgehoben. Thyborøn ist heute einer der drei größten Fischereihäfen Dänemarks und befindet sich in ständiger Weiterentwicklung. Neben der Fischerei umfasst der Hafen auch Güterverkehr, maritime Dienstleistungsunternehmen, Offshore-Aktivitäten und Tourismus.

Kommunikation und Erfahrungen
Thyborøn hat Touristen viel zu bieten. Das Küstenzentrum vermittelt die dynamische Küstenentwicklung entlang der Westküste und beherbergt außerdem einen Museumsbunker sowie einen Reptilienzoo mit für die Region typischen Arten. Das Jütland-Aquarium zeigt viele der in der Nordsee und im Limfjord vorkommenden Fische und Schalentiere und bietet zahlreiche geführte Touren auf See und entlang der Küste an. 2015 wurde das Seekriegsmuseum mit einer umfangreichen Ausstellung über die größte Seeschlacht der Weltkriege – die Skagerrakschlacht von 1916 – eröffnet. Südlich der Stadt und des Seedeichs befinden sich das Naturschutzgebiet Harboøre Tange und das Erlebnisgebiet „Naturrum Thyborøn“. Man kann die Fischauktion besuchen, und im August findet in der Stadt ein großer Angeltag statt.

Die Verbindung zum Geopark Westjütland
Der Geopark arbeitet unter anderem mit den Vermittlungszentren in Thyborøn an der Entwicklung und Verbreitung von Erlebnissen zusammen. Dies entspricht der Strategie des Geoparks, kein unabhängiges Geoparkzentrum zu gründen, sondern die Verbreitung von Erlebnissen in Zusammenarbeit mit bestehenden Zentren im Geopark zu fördern.

