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Marktstadt Lemvig

Lemvig ist eine mittelalterliche Marktstadt in einer charakteristischen Eiszeitlandschaft mit einem Tunneltal im Süden und einer Bucht im Norden.

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Bis etwa 1830 gab es an einem offenen, gemeinschaftlich genutzten Platz am Strand lediglich drei Bauernhöfe und 13 bis 14 kleinere Höfe und Häuser. Einst diente der Strand als Umschlagplatz für Waren, die mit Pferdekutschen und kleinen Booten umgeschlagen wurden. Offiziell unterstand das Gebiet der Marktstadt Holstebro, und die Kaufleute aus Aalborg hatten das Recht, im Limfjord Handel zu treiben. Dennoch gibt es zahlreiche Berichte über weitverbreitete, sowohl illegale als auch freie Marktaktivitäten an diesem Ort.

Gestütswirtschaft und Holzwirtschaft

Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte der Handel mit Ochsen eine Blütezeit. Von Thy und Thyholm führte die Ochsenstraße (der Viehtriebweg) von der Fähre in Oddesund ostwärts um Kilen bei Kjærgårdsmølle herum nach Holstebro. Wer jedoch zum Marktplatz in Struer wollte, nahm die kürzere Route über die schwierige und gefährliche Furt mit Fähre an der Landzunge zwischen Kilen und Venø Bugt. Im 17. Jahrhundert war das Entladen von Bauholz aus Norwegen besonders wichtig, da es nur wenige Bäume auf einigen größeren Höfen gab. Daher wurde das gesamte Holz, das die Bauern in der Region für den Bau und die Instandhaltung ihrer Höfe benötigten, aus Norwegen verschifft.

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Neue Möglichkeiten eröffnen sich

Im gesamten 18. Jahrhundert nutzten sowohl die Kaufleute von Holstebro als auch von Aalborg das Gelände. Sie stritten sich ständig um die Nutzungsrechte, doch Ende des Jahrhunderts erhielten die Holstebroer das Recht, und 1799 errichteten neun Kaufleute dort einen Bauernhof mit Lagerhaus, allerdings ohne großen Erfolg. Die Agrarreformen um 1800 führten zu einer Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und der Nachfrage nach Agrarprodukten. Der entscheidende Wandel kam nach dem Durchbruch des Aggertangens im Jahr 1825, der die direkte Schifffahrt in die Nordsee ermöglichte. 1842 kaufte der Holstebroer Kaufmann H. P. Rygaard den ehemaligen Firmenhof, errichtete daneben ein Lagerhaus und verlagerte seine gesamten Aktivitäten nach Struer. Er baute auch die Ziegelei und schuf innerhalb weniger Jahre eines der größten Handelshäuser Jütlands mit einem bedeutenden Bauernhof, einem Holzlagerplatz, zwei Ziegeleien und zwölf Schiffen. Die Ursprünge der Stadt lassen sich auf den „Fliesenplatz“ und die roten Backsteinhäuser der Stadt zurückführen.

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Zentraler Eisenbahnknotenpunkt

Der große Fortschritt in der Landwirtschaft und der wachsende Exportmarkt, insbesondere England, führten dazu, dass die Regierung Struer als Exporthafen für Agrarprodukte betrachtete. Ein Hafen musste gebaut und die Verkehrssituation verbessert werden. Die ersten beiden Projekte waren der Bau eines Staudamms an der Engstelle Kilen, um den Viehtransport von Thy zu erleichtern, und der Bau eines Hafens. Beide wurden 1856 abgeschlossen, und die Stadt wuchs danach rasant. 1865 wurde die Bahnstrecke von Skive eröffnet, wodurch nun eine Anbindung an die Ostjütländische Eisenbahn bestand. In den folgenden Jahren wurde das Eisenbahnnetz bis Holstebro-Skjern-Esbjerg, Herning-Vejle und Thisted erweitert. Struer entwickelte sich zu einem Eisenbahnknotenpunkt und zum Verwaltungssitz des gesamten mittel- und westjütländischen Eisenbahnnetzes. 1882 wurden in Oddesund mit der Thybanen Fährhäfen gebaut und eine Dampffähre in Betrieb genommen. Struer war nun eine blühende Handelsstadt mit 3 Ziegeleien, einem großen Hafen und einem Eisenbahnknotenpunkt mit Verwaltungs- und Servicefunktionen für das regionale Eisenbahnnetz.

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Industrie und Design, Maler und Kajaks aus dem Limfjord

Die Stadt wuchs stetig und war 1970 mit 11.000 Einwohnern eine lebendige Handels- und Industriestadt. Zu den größten Unternehmen Struers zählten ein großer genossenschaftlicher Schweineschlachthof und der Elektronikkonzern Bang & Olufsen, der weltweit für sein wegweisendes Design und seine hohe Qualität bekannt ist. Das Struer Museum befindet sich im ehemaligen Bauernhof des Kaufmanns H. P. Rygaard aus dem Jahr 1845, der später dem Schriftsteller J. Buchholtz als Wohnhaus diente. Neben der lokalgeschichtlichen Sammlung beherbergt das Museum eine umfangreiche Sammlung von Gemälden der Limfjord-Maler sowie einen neueren unterirdischen Anbau mit einer umfangreichen Ausstellung zu Produkten von Bang & Olufsen. Eine kleinere Sonderausstellung zeigt das Struer Kajak, das in den 1960er- und 1970er-Jahren im internationalen Spitzenkajaksport dominierte, bis das DDR-Team mit seinen Fiberglas-Kajaks antrat. Die Kajaks sind eigentlich ein Nebenprodukt von B&O, da zwei an Kajaks interessierte Schreiner des Unternehmens die Holzfurniertechnik, die sie zur Herstellung der edlen Radio- und Fernsehschränke des Unternehmens verwendeten, weiterentwickelten.

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