Holstebro Købstad
Holstebro ist eine mittelalterliche Marktstadt, die erstmals 1274 in schriftlichen Quellen erwähnt wurde. Damals befand sich an der Brücke über den Fluss Storå ein Marktplatz, und genau diese Märkte bildeten das wirtschaftliche Fundament der Stadt.

Holstebro entstand an einem Kreuzungspunkt des Flusses Storå, wo alte Straßennetze aufeinandertrafen: die alte Ost-West-Straße und die Nord-Süd-Fahrstraßen (Studeveje). Vor allem Vieh- und Pferdemärkte zogen Käufer aus einem größeren Gebiet an. Die Stadt beherbergte im Laufe der Jahrhunderte mehrere jährliche Märkte. Im 15. Jahrhundert handelten Holstebroer Kaufleute mit Lübeck, und im 16. Jahrhundert exportierten sie gewinnbringend Stiere nach Deutschland und in die Niederlande. Dort wurden die Stiere nach Hamburg, Hjerting bzw. Ribe getrieben und von dort in die Niederlande verschifft. Auch Felle und Wolle wurden exportiert und Kolonialwaren importiert.
Vom Mittelalter bis zur Industrialisierung
Ein ständiges Ärgernis für die Holstebroer Kaufleute war der fehlende Hafen. Die Schifffahrtsmöglichkeiten an der Westküste Jütlands wurden von den Marktstädten Ringkøbing und Ribe kontrolliert, und Holstebro besaß zwar einen eigenen „Hafen“ mit den Rechten zum Be- und Entladen am Strand von Struer, der damals lediglich ein Strand mit einigen Bauernhöfen und Häusern war. Das Problem dabei war, dass die Aalborger Kaufleute Privilegien im gesamten Limfjord innehatten und zudem illegaler Handel und illegale Gaststätten weit verbreitet waren. Die Situation in Struer beruhigte sich Anfang des 19. Jahrhunderts, als den Holstebroer Kaufleuten das Recht eingeräumt wurde, Handelsgesellschaften zu betreiben und sich dort anzusiedeln. Nach dem Durchbruch von Harboøre Tange im Jahr 1825 und der damit verbundenen Möglichkeit, in die Nordsee hinauszufahren, erwarben einige Holstebroer Kaufleute Handelsschiffe. Die Bedingungen für die Ansiedlung von Handelshäusern und Reedereien waren optimal, als 1856 mit staatlicher Beteiligung in Struer ein Hafen errichtet wurde, dem 1865 ein Eisenbahnanschluss an die Ostjütländische Eisenbahn folgte. Mit der Verlängerung der Bahnstrecke von Struer nach Holstebro im Jahr 1866 hielt die Industrialisierung der Stadt richtig Einzug, und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Fabriken, wodurch sich die Einwohnerzahl der Stadt vervierfachte.


Museen und Kunstkommunikation
Holstebro zählt heute etwas über 35.000 Einwohner. Neben zahlreichen großen und kleinen Industrieunternehmen beherbergt die Stadt mehrere Bildungseinrichtungen und nicht zuletzt eine Reihe national anerkannter Kulturinstitutionen. Das Holstebro Museum umfasst ein Kunstmuseum und ein kulturhistorisches Museum, das unter anderem die bewegte Geschichte der Stadt beleuchtet. Als staatlich anerkanntes Museum ist es für das kulturelle Erbe der Region zuständig, verfügt über ein großes Team und betreibt staatlich anerkannte Forschung. Zum Museum gehören das Strandmuseum St. Georg in Torsminde und das Freilichtmuseum Hjerl Hede. Es kooperiert mit mehreren ehrenamtlich geführten Lokalarchiven.


Verbindung mit dem Geopark Westjütland
Der Geopark Vestjylland unterhält eine Kooperation mit dem Holstebro Museum zu den kulturhistorischen Aspekten des Geoparkgebiets, und das Museum hat professionelles Interesse an der Untersuchung und Beschreibung der engen Verbindungen zwischen der Geologie und der Kulturgeschichte des Gebiets bekundet.

