Natura 2000-Gebiet Nr. 72
Husby-See und Nørre-See
Von der gesamten Natura-2000-Region ist nur der Husby-See Teil des Geoparks Vestjylland. Der See ist sehr artenreich und erzählt die Geschichte der Landgewinnungsprojekte während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die natürlichen Werte
Das Natura-2000-Gebiet liegt nur teilweise innerhalb der Grenzen des Geoparks. Es betrifft den Husby-Sø-See, der sich über 168 Hektar erstreckt und von Moor- und Wiesenflächen umgeben ist. Der See ist ein großer, flacher See auf einem ehemaligen Meeresvorland südlich des Nissumfjords. Er ist von Schilf umgeben, und sein Einzugsgebiet besteht hauptsächlich aus entwässerten landwirtschaftlichen Flächen. Das Wasser dieser Flächen wird über Pumpstationen in den See gepumpt. Zusätzlich speisen ihn mehrere kleine Zuflüsse. An den stark ockerbelasteten Gräben südlich des Husby-Sø-Sees wurde eine Ockerreinigungsanlage errichtet.
Der Husby Sø ist botanisch gesehen einer der artenreichsten Seen Dänemarks. Im Jahr 2005 wurden 54 Pflanzenarten gefunden, darunter 41 Unterwasserpflanzen, 6 Fingerkrautarten, 1 Moosart und 7 Schwimmblattpflanzenarten. 14 der 19 dänischen Brunnenkressearten sowie 3 Brunnenkressekreuzungen wurden erfasst. 10 Blütenpflanzenarten stehen auf der dänischen Gelben Liste, d. h. Arten, deren Bestände in den letzten Jahren landesweit zurückgegangen sind. Darüber hinaus kommt die Brunnenkresse vor, die auf der dänischen Roten Liste (gefährdet) steht und von der EU als Art mit besonderem Schutzstatus eingestuft wird. Ihr Vorkommen gilt jedoch aufgrund von Überwucherung mit Schilf und Seegras sowie mangelnder Dynamik durch die Uferbefestigungen als stark bedroht. Die Instandhaltungsmaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit den privaten Grundstückseigentümern durchgeführt, darunter das Mähen der Vegetation entlang des Ufers und das Beweiden.
Das Gebiet beheimatet mehrere interessante Vogelarten. Dazu gehören Flussseeschwalbe, Kornweihe, Trauerseeschwalbe und eine große Kolonie von Mantelmöwen. Auch Otter und seit Kurzem Biber, die sich von Klosterheden aus verbreitet haben, sind hier heimisch. Zudem bietet sich die Gelegenheit, bei Sonnenuntergang ein besonderes Naturschauspiel zu erleben: Tausende von Staren versammeln sich zum Sonnenuntergang.

Leben im Freien, Kommunikation und Kulturgeschichte
Husby Sø und Nørresø waren schon immer eng miteinander verbunden. Ursprünglich floss das Wasser des Husby Sø in den Nørresø und von dort westwärts zu den Fjorden Vest Stadil und Ringkøbing. Der Madum Å mündete von Osten in den Nørresø, wodurch weite Gebiete entlang des Flusses und die Seen über lange Zeiträume überflutet wurden. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Madum Å trockengelegt, sodass er nicht mehr in den Nørresø, sondern über einen Abfluss in den Stadilfjord floss. Zusätzlich wurde die Genehmigung erteilt, das Wasser der Seen vom Husby Sø nordwärts durch den gegrabenen Kanal Staby Kast zum Nissumfjord umzuleiten. Fast 800 Hektar Feuchtwiesen und Sümpfe rund um die Seen konnten nun entwässert werden, und es wurden Deiche und Pumpstationen an den östlichen und westlichen Enden des Nørresø errichtet. In der Vergangenheit wurden auch Schilf geerntet und in Husby Sø gefischt, heute wird das Gebiet jedoch hauptsächlich von den Eigentümern zur Erholung genutzt. Auf Nørresø gibt es einen Wanderweg um den See mit entsprechenden Informationen, Husby Sø hingegen nicht.
Die Möglichkeiten des Geoparks
Der Geopark kann durch die Zusammenarbeit mit den Eigentümern und dem Naturpark Nissum Fjord zur Förderung des Gebiets beitragen.

