Aa-Mølle bei Remmerstrand
Nørskov Vig an der Nordspitze von Venø, Venøsund und die Salzwiesen westlich von Venø auf dem Festland bergen bedeutende Naturschätze mit einer reichen Vogelwelt und zahlreichen Felsriffen. Die Inselbewohner haben großes Interesse daran, diese Werte im Rahmen einer nachhaltigen Förderung der Insel und ihrer Umgebung zu nutzen.

Die natürlichen Werte
Venø ist 8 km lang, bis zu 1,5 km breit und liegt unmittelbar nördlich von Struer im südwestlichen Teil des Limfjords. Das 2.926 ha große Natura-2000-Gebiet wurde speziell ausgewiesen, um die ausgedehnten, zusammenhängenden Salzwiesen, Küsten- und Meereslebensräume sowie die dort brütenden und Zugvögel zu schützen. Die Meeresgebiete machen 95 % aus; Salzwiesen und Dünenlebensräume finden sich auch bei Humlum und entlang der Westküste von Venø. Der größte Teil von Venø selbst gehört nicht zum Natura-2000-Gebiet, ist aber kulturhistorisch und erlebnisreich mit ihm verbunden. Nur 2 ha der Landfläche befinden sich in öffentlichem Besitz.

Ein wesentlicher Grund für den Status des Gebiets als Natura-2000-Gebiet ist das Vorkommen von Flussseeschwalben und Zwergseeschwalben, die vorwiegend im Gebiet um Nørskov Vig brüten. Dieses Natur- und Wildtierreservat ist nur eingeschränkt zugänglich. Darüber hinaus sind im Winter und Frühling vermehrt Hellbauchgansen anzutreffen, die dann in den Salzwiesen nach Nahrung suchen und Fettreserven für ihren langen Zug zu den Brutgebieten in Spitzbergen und Nordostgrönland anlegen. Pfeifenten und Haubenschwalben kommen ebenfalls in großer Zahl als Zugvögel vor, und die Venø-Bucht ist in strengen Wintern besonders wertvoll für diese Vögel, da es dort aufgrund der aktuellen Bedingungen oft eisfreie Gebiete gibt.
Innerhalb des Meeresgebiets befinden sich 113 Hektar Felsriffe, und Nørskov Vig an der Nordspitze von Venø umfasst 113 Hektar Küstenlagune und Strandseen. Seehunde haben auf Bradser Odde, der nordöstlichen Spitze von Venø, einen Brut- und Ruheplatz. Der Bestand schwankte in den letzten Jahren etwas, wird aber basierend auf den Überwachungsergebnissen von 2006 bis 2012 als stabil eingestuft. Ein auffälliges Merkmal großer Teile der Naturgebiete auf Venø außerhalb des Natura-2000-Gebiets sind die vielen Fasane, die im Rahmen einer groß angelegten Jagdkampagne auf der Insel ausgesetzt werden. Eine Bedrohung sowohl für das Natura-2000-Gebiet als auch für die anderen Naturgebiete Venøs ist die übermäßige Vegetation, insbesondere durch die Runzelrose, die Dünenkiefer und die invasive Moosart Sternrippe.

Leben im Freien, Kommunikation und Kulturgeschichte
Der Bewohnerverein Venøboen engagiert sich stark für die touristische Entwicklung der Insel und legt dabei besonderen Wert auf Natur, Kulturgeschichte, Kulinarik und die vielfältigen Möglichkeiten für aktive Outdoor-Aktivitäten. Die alte Inselfähre wird von Freiwilligen instand gehalten und betrieben, die gerne Abenteuerfahrten in den Gewässern unternehmen. Ein neues Wegenetz mit Markierungen und Informationstafeln entsteht derzeit. Kulinarisch liegt der Fokus auf Lamm, Kartoffeln und Austern, die alle auf der Insel produziert werden. Darüber hinaus bietet die Insel ein spezielles Bildungsangebot in Form eines Nachmittagsprogramms mit den Schwerpunkten Surfen und Segeln, Natur- und Outdoor-Aktivitäten sowie einem Schreibkurs.
Zusammenarbeit mit dem Geopark Westjütland
Venøboen und der Geopark haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die unter anderem die Entwicklung von Erlebnisangeboten für Einheimische und Touristen, die Schaffung und Verbesserung von Wanderwegen mit dazugehörigen Einrichtungen, die Verbreitung der lokalen Geschichte und Inselkultur, die Ausbildung von und für lokale Führer sowie die Einrichtung von Geopark-Informationen umfasst.

